Prüfungspraxis


Anzahl der Füchse auf der Btr

Veröffentlicht: 23. Juni 2016

Anlässlich einer Bringtreueprüfung stellt der ausrichtende Verein die Füchse. Sechs Hunde sind gemeldet, alle sechs Hunde erscheinen am Prüfungstag. Die Hundeführer sollen ihre Hunde von einer Forststrasse aus zum Stöbern in eine Dickung schnallen.
Auf der Rückseite der etwa 100 Meter tiefen Dickung haben die Richter zehn (!) Füchse im Abstand von 50 Metern entlang einer am Dickungsrand verlaufenden Rückegasse ausgelegt. Bei Prüfungsbeginn beziehen 2 Richter auf einer Kanzel inmitten dieser Rückegasse Position. Sie können alle Füchse mit dem Fernglas einsehen.

 

Frage:

Ist diese Vorgehensweise richtig?

 

Antwort:

Nein!

Begründung: Unabhängig davon, dass die Richter das Verhalten des Hundes am Fuchs auf so große Entfernungen nicht ausreichend gut beobachten können, ist es nicht statthaft zur „Erhöhung der Chancen einen Fuchs finden zu können" mehr Füchse auszulegen, als Hunde am Prüfungstag teilnehmen. Bei sechs teilnehmenden Hunden sind sechs Füchse auszulegen. Jeder einzelne Fuchs muss von den beobachtenden Richtern so eingesehen werden können, dass das Verhalten des Hundes am Fuchs zweifelsfrei beurteilt werden kann.

 

Entscheidung der Stammbuchkommission vom 10.3.2015 


Anzahl der zu prüfenden Hunde pro Gruppe

Veröffentlicht: 23. Juni 2016

Ein Prüfungsverein führt in Arbeitsgemeinschaft mit einem regionalen Kurzhaarverein an einem Tag eine HZP ohne Spur und eine Solms durch. Gemeldet sind insgesamt 6 Hunde, davon 4 für die Solms und 2 für die HZP o.Sp. Das zur Verfügung stehende Revier ist sehr gut mit Flugwild besetzt. Zur Vereinfachung der Organisation und aus Kostengründen fasst der Prüfungsleiter die gemeldeten Hunde in einer Gruppe zusammen.

 

Frage:

Ist diese Vorgehensweise zulässig?

 

Antwort:

Grundsätzlich ist das Prüfen von HZP- und Solms Hunden in einer Prüfungsgruppe zulässig. Während aber bei einer Solmsprüfung 6 Hunde pro Gruppe zulässig sind, sind bei einer HZP o.Sp. maximal 5 Hunde pro Gruppe zulässig. Die nach

jeweiliger PO geringere Anzahl von Hunden je Gruppe gibt dabei die zulässige Höchstzahl vor, In diesem Fall dürfen also maximal 5 Hunde in der Gruppe geprüft werden und keine 6 Hunde. Gleiches gilt übrigens auch für gemischte Gruppen aus HZP und VGP - Hunden. Da die VGP höchstens 4 Hunde pro Gruppe zulässt, dürfen in einer gemischten HZP/VGP- Gruppe maximal 4 Hunde geführt werden.

 

Entscheidung der Stammbuchkommission vom 70.08.2015 


Wesensbeurteilung

Veröffentlicht: 23. Juni 2016

Auf einer HZP jault ein Hund ständig und gibt Laut, wenn andere Hunde suchen. Während einer Prüfungspause winselt er ebenfalls fortwährend. Die Richter nehmen dies zur Kenntnis und vermerken diese Verhalten mit der Anmerkung „temperamentvoll" im Prüfungszeugnis.

 

Frage:

Ist dieser Vermerk korrekt?

 

Antwort:

Das Verhalten dieses Hundes ist Ausdruck einer Wesensschwäche. Mit der Bezeichnung „temperamentvoll" ist dieses Verhalten nicht richtig beschrieben. Die gezeigte unerwünschte Eigenschaft muss unbedingt dokumentiert werden. Ein

solches Verhalten muss mit „unruhig" im Prüfungszeugnis vermerkt werden.

 

Entscheidung der Stammbuchkommission vom 10.07.2015