Prüfungspraxis


Schleppe, Herstellen durch Richteranwärter
Veröffentlicht: 13. Januar 2017

Frage:
Darf ein Richteranwärter allein auf einer HZP eine Schleppe legen?

Antwort:
Die Frage ist zu verneinen.
Nach den Bestimmungen der PO sind die Schleppe von einem Richter herzustellen. Diese Anordnung hat ihren guten Grund. Wenn eine auf diesem Gebiet unerfahrene Person die Schleppen herstellen dürfte, wäre die Gefahr einer unsachgemäßen Arbeit groß (Herstellen des „Anschusses", Richtung, Haken, Länge, Ablegen des Wildes usw.). Andererseits muss gewährleistet sein, dass ein Richteranwärter die Technik und die Bestimmungen für das Legen einer Schleppe beherrscht, bevor er zum Verbandsrichter ernannt wird. Es verstößt nicht gegen den Sinn der PO, wenn ein Richteranwärter unter Aufsicht eines Richters die rein handwerklichen Tätigkeiten beim Legen der Schleppe ausführt. Er befestigt das Schleppwild an der Schleppleine, stellt den Anschuss her und zieht nunmehr die Schleppe, indem er unmittelbar dem vorangehenden Richter folgt. Am Ende legt er wieder unter unmittelbarer Aufsicht des Richters das Bringstück nieder, nimmt das Schleppstück hoch, begibt sich gemeinsam mit dem Richter zum Versteck, legt das von der Leine befreite Schleppstück frei hin und verbirgt sich zusammen mit dem Richter. Der Richteranwärter kann auch als Erster gehen, falls nötig, durch den unmittelbar folgenden Richter gesteuert. In diesem Fall muss der Richter das Schleppstück ziehen. Merke: Derjenige, der das Schleppstück zieht, muss immer als Letzter gehen.
Entscheidung der Stammbuchkommission vom 10.06.2016 (Anm.: Diese Frage wurde
bereits einmal veröffentlicht. Anlassbezogen hier nochmals zur Kenntnis)


Schleppwild
Veröffentlicht: 13. Januar 2017

 

Auf einer HZP(VGP/VPS) übergibt der Hundeführer dem schleppenziehenden Richter eine Ente. Beim Befestigen der Schleppschnur stellt der Richter fest, dass die Ente nicht vollständig aufgetaut ist. Er lehnt es daraufhin, in Absprache mit seinen Mitrichtern, gegenüber dem Führer ab, die Schleppe mit dieser Ente herzustellen.

Frage:
Ist die Haltung der Richter korrekt?

Antwort:
Ja! Die Prüfungsordnung fordert möglichst frischtotes Wild. Selbstverständlich erfüllt auch nach der Erlegung tiefgefrorenes und vor der Prüfung wieder vollständig aufgetautes Wild die Bedingungen der PO, sofern es keine artfremden Gerüche angenommen hat, naturbelassen (nicht ausgenommen) und frisch ist. Die Richter dürfen mit Wild, das nicht den Vorgaben der PO entspricht keine Schleppen ziehen.
Entscheidung der Stammbuchkommission vom 10.08.2016


Feststellung der Schussfestigkeit auf VJP und HZP

 Veröffentlicht: 20. Juni 2016

 

Während des zweiten Suchenganges bittet der Richterobmann einen Hundeführer auf sein Kommando einen Schrotschuss abzugeben. Als der Rüde in flottem Tempo und deutlich erkennbarem Finderwillen auf ca. 35 m vor dem Hundeführer quersucht, gibt der Obmann dem Hundeführer das Kommando zur Schussabgabe. Nach Abgabe des Schusses wird die Suche des Rüden zunächst deutlich kürzer und weniger drangvoll, dann läuft der Hund nur noch im unmittelbaren Nahbereich des Führers umher, ohne zu suchen. Erst durch mehrfache, aufmunternde Kommandos und Gesten des Hundeführers beginnt der Hund, nach etwas weniger als einer Minute nach Schussabgabe, wieder zu suchen. Nach Abgabe des zweiten Schusses zeigt der Rüde das gleiche Verhalten. Die Richtergruppe kommt zum Entschluss die Schussfestigkeit nach Ablauf einer halben Stunde nochmals zu überprüfen und vorher dem Hund die Gelegenheit zu einer Hasenspur zu geben, damit dieser wieder etwas „freier“ wird. Bei der zweiten Überprüfung zeigt der Rüde keine Auffälligkeiten. Die Richtergruppe bescheinigt dem Rüden „schußfest".
Frage:
Ist die Vorgehensweise der Richtergruppe korrekt?

Antwort:
Nein! Das Verhalten des Rüden wies bei der ersten Beurteilung eine eindeutige „negative Reaktion" im Sinne der PO auf. Eine Wiederholung der Prüfung der Schussfestigkeit ist nur dann zulässig, wenn sich das Verhalten des Hundes bei der ersten Überprüfung des Hundes nicht sicher beurteilen lässt. Dies ist im Fallbeispiel nicht gegeben. Der Rüde hat sich durch die Schussabgabe eindeutig beeindruckt gezeigt und sich in der Weiterarbeit stören lassen. Da er innerhalb einer Minute die Arbeit wieder aufnahm, ist der Hund als „schußempfindlich" einzustufen.
Entscheidung der Stammbuchkommission vom 00.00.2016