Prüfungspraxis


Bringen auf der Haarwildschleppe bei einer HZP (VZPO) .
Auf einer HZP wird der Hund am Anschuss der Haarwildschleppe angesetzt. Der Hund arbeitet die Schleppe korrekt in Anlehnung der Schleppspur bis zum Stück. Er nimmt das Kanin sofort selbstständig auf und begibt sich sofort in Richtung seines Führers. Nach ca.100 Meter legt er das Kanin ab und läuft ohne Stück zum Führer. Daraufhin gibt der Führer einen Bringbefehl, Der Hund läuft ohne zu zögern zum Stück, nimmt es auf und kommt ohne jede weitere Einwirkung zum Führer und gibt korrekt ab. Die Beurteilung der Verbandsrichter lautet, Schleppenarbeit sehr gut 10 Punkte, Bringen gut 7 Punkte.

Frage: Ist die Bewertung der Arbeiten (Schleppe und Bringen) korrekt?

Antwort: Nein!

Begründung: § 15(3) g) Ein Hund der gefunden hat und nicht bringt, darf nicht nochmals angesetzt werden.

Laut § 15 (3) f) der VZPO ist bei Fehlverhalten die Führereinwirkung gestattet. Diese hätte aber direkt beim Fehlverhalten auf dem Rückweg erfolgen müssen. In diesem Falle jedoch, ist der
Hund ohne Wild beim Führer angekommen. Die Richter hätten den Bringbefehl, bzw. das zweite Ansetzen verhindern müssen. Dies gilt bei allen Bringarbeiten eines Hundes auf der HZP, auch
am Wasser. Ein Hund der ohne Wild beim Führer ankommt, darf nicht mehr geschickt werden. Die korrekte Bewertung wäre somit Schleppe und Bringen "nicht genügend" 0 Punkte.

Entscheidung der Stammbuchkommission vom 10.08. 2019


Verbot der Richtertätigkeit bei Befangenheit.

Auf einer VJP hat sich ein Richter am Prüfungsvorabend krankheitsbedingt entschuldigt und abgesagt. Es soll eine Richteranwärterin einspringen. Hier stellt sich heraus, dass sie den Vaterrüden des Prüflings ausgebildet hat, dieser aber inzwischen in die USA verkauft wurde. 

 

 Frage:               Darf die Anwärterin bei dem Hund als Notrichterin fungieren? 

 

 Antwort:          Nein

 

 Begründung:  Zulassung zu Prüfungen § 23 der Satzung des JGHV Verbot der Richtertätigkeit bei Befangenheit. 

 Die Rahmenrichtlinien des JGHV untersagen eine Tätigkeit eines Verbandsrichters, Richteranwärters und auch Notrichters bei Befangenheit. Hierunter fallen eigene, selbst ausgebildete, gezüchtete und geführte Hunde sowie deren Nachkommen der ersten Generation dieser Hunde. Das Gleiche gilt für die Nachkommen eines Zuchtrüden. 

Auch wenn der Rüde verkauft wurde, darf sie demnach selbst als Notrichter nicht zum Einsatz kommen. Richtet oder anwärtert sie dennoch, werden die Ergebnisse sowohl für den Hund als auch für ihre Richteranwartschaft nicht anerkannt.

Entscheidung der Stammbuchkommission JGHV vom 10.03.2019 


 Schleppe, Herstellen durch Richteranwärter

 Veröffentlicht: 13. Januar 2017

 

Frage:
Darf ein Richteranwärter allein auf einer HZP eine Schleppe legen?

 

Antwort:
Die Frage ist zu verneinen.
Nach den Bestimmungen der PO sind die Schleppe von einem Richter herzustellen. Diese Anordnung hat ihren guten Grund. Wenn eine auf diesem Gebiet unerfahrene Person die Schleppen herstellen dürfte, wäre die Gefahr einer unsachgemäßen Arbeit groß (Herstellen des „Anschusses", Richtung, Haken, Länge, Ablegen des Wildes usw.). Andererseits muss gewährleistet sein, dass ein Richteranwärter die Technik und die Bestimmungen für das Legen einer Schleppe beherrscht, bevor er zum Verbandsrichter ernannt wird. Es verstößt nicht gegen den Sinn der PO, wenn ein Richteranwärter unter Aufsicht eines Richters die rein handwerklichen Tätigkeiten beim Legen der Schleppe ausführt. Er befestigt das Schleppwild an der Schleppleine, stellt den Anschuss her und zieht nunmehr die Schleppe, indem er unmittelbar dem vorangehenden Richter folgt. Am Ende legt er wieder unter unmittelbarer Aufsicht des Richters das Bringstück nieder, nimmt das Schleppstück hoch, begibt sich gemeinsam mit dem Richter zum Versteck, legt das von der Leine befreite Schleppstück frei hin und verbirgt sich zusammen mit dem Richter. Der Richteranwärter kann auch als Erster gehen, falls nötig, durch den unmittelbar folgenden Richter gesteuert. In diesem Fall muss der Richter das Schleppstück ziehen. Merke: Derjenige, der das Schleppstück zieht, muss immer als Letzter gehen.
Entscheidung der Stammbuchkommission vom 10.06.2016

(Anm.: Diese Frage wurde bereits einmal veröffentlicht. Anlassbezogen hier nochmals zur Kenntnis)

 


Federwildschleppe
Apport des Federwildes auf dem Rückweg der Schleppe

Apport der Ente
Apport der Ente nach Feststellung der Schußfestigkeit am Wasser