JGHV


 

Büchsenknall und Hundegeläut - Zeit der Bewegungsjagden

 

Erstellt: 03. November 2019

 

 

Die Bewegungsjagd auf Schalenwild unter Einsatz von Jagdgebrauchshunden gewinnt seit Jahren zunehmend an Bedeutung. Die jagdlichen Verhältnisse in Deutschland haben sich grundlegend geändert. Riesige Maisschläge, schneearme Winter und eine bis dato unbekannte Häufigkeit von Mastjahren bei Buche und Eiche führen zu einer Explosion der Schwarzwildbestände. Der u.a. durch Stürme und Schadinsekten beschleunigte Umbau der Wälder in naturnahe, stufige und artenreiche Bestände, verbessert die Äsungs- und Deckungs-möglichkeiten für Schalenwild. Allein mit der Einzeljagd sind vielerorts die Wildbestände oft nicht mehr zu bejagen.

 

Die richtig durchgeführte Stöberjagd mit geeigneten Jagdhunden, ist eine reizvolle, tierschutzkonforme und gleichzeitig effektive Ergänzung der klassischen Ansitzjagd. Die bei dieser Jagdform eingesetzte Jagdhunderasse ist dabei von untergeordneter Bedeutung. Zum Stöbern geeignete Jagdhunde müssen einen ausgeprägten Finderwillen haben, laut jagen und orientierungssicher sein. Ein gutes und sicheres Sozialverhalten ist ebenso wichtig, wie Wildschärfe und körperliche Fitness.
Bei der Vorbereitung einer Stöberjagd sind die wildbiologischen Verhaltensweisen der zu bejagenden Wildarten zwingend zu beachten. Die Differenzierung in „Hundeführerstände“ und „Schützenstände“ ist für den Erfolg der Jagd ebenso entscheidend, wie die Frage, ob Hunde vom Stand geschnallt werden sollen, von Hundeführern im Treiben begleitet werden oder beide Varianten des Hundeeinsatzes angewendet werden sollen.
Hundeführer sind bei einer Stöberjagd Dienstleister und von allenfalls anfallenden Jagdbetriebskosten freizustellen.

 

Der Jagdgebrauchshundverband e.V. (JGHV) ist mit mehr als 140.000 Einzelmitgliedern der Spitzenverband des Jagdhundewesens in Deutschland und nimmt die Interessen der Jägerinnen und Jäger wahr, die einen Jagdgebrauchshund im Jagdbetrieb führen. Die im JGHV organisierten Jägerinnen und Jäger leisten mit ihren gut ausgebildeten und geprüften Hunden einen wichtigen Beitrag bei der effektiven und tierschutzkonformen Jagd. Jagdgebrauchshunde sind dabei nicht nur Hunde „mit Beruf“, sondern auch liebenswerte Mitglieder in den Familien der Jäger.

 

Als Fachverband führt der JGHV Fortbildungsseminare zum Thema „Stöberjagd mit Hunden“ durch. Die im JGHV zusammengeschlossenen Zucht- und Prüfungsvereine bieten eine Reihe von Prüfungen an, auf denen die Eignung von Hunden zur Stöberjagd überprüft und dokumentiert wird. Die Durchführung von Jagden unter Einsatz arbeitsteilig jagender Meuten, lehnt der JGHV aus Tierschutzgründen ebenso ab, wie den Einsatz stumm jagender Hunde.

 

Neben dem Einsatz entsprechend geeigneter Jagdgebrauchshunde zum Stöbern, sind bei allen Bewegungsjagden qualifizierte Nachsuchenhunde, die den hohen Anforderungen, der im Rahmen dieser Jagdform anfallenden Arbeiten, gewachsen sind und gemeinsam mit ihren Führern über ein entsprechendes Maß an Erfahrung verfügen, vorzuhalten. Der Jagdgebrauchshundverband e.V. wünscht allen Jägerinnen und Jägern, ganz besonders aber den Hundeführern unter diesen, eine erfolgreiche und unfallfreie Jagdsaison.

 

JGHV e.V.


 Dissidenz im Jagdgebrauchshundewesen

 Erstellt: 09. August 2019

 

Cui bono?

Das vom lateinischen Verb „dissidere“ (uneinig sein, im Streit liegen) stammende Wort Dissidenz, hat zweifelsohne auch im Jagdgebrauchshundewesen Bedeutung.

Der Jagdgebrauchshundverband (JGHV) als Meinungsführer und Spitzenverband des Jagdgebrauchshundewesens in Deutschland muss sich immer wieder den Angriffen „Andersdenkender“ stellen. Das ist in der nun 120jährigen Geschichte des Verbandes nicht neu. Neu ist vielmehr der Stil, in dem diese Angriffe ausgeführt werden. Facebook und Co. lassen den Verfasser aus gefühlter Anonymität alles und jedes in Frage stellen.

 

Was heißt das konkret? Die züchterischen Leistungen der dem JGHV angeschlossenen Zuchtverbände werden von Dissidenten nicht anerkannt, nein, sie werden durch gezielte Fehlinformationen in Abrede gestellt. Keine Frage - auch in den besten Verpaarungen gibt es Ausfälle. Wer will das verneinen? Zahnfehler, Hodenfehler, Augenerkrankungen, HD, Wesensmängel, etc. – all diese Dinge gibt es auch bei Hunden aus den Mitgliedsvereinen des JGHV. Die Mängel werden erfasst, dokumentiert, ausgewertet, veröffentlicht und dienen den Zuchtwarten als Information. Nur durch ihre Kenntnis kann Zucht noch besser werden. Zucht bedeutet Selektion.


Lautstark und gebetsmühlenartig nehmen Kritiker der im JGHV etablierten Zuchtverbände, für ihre Hunde immer wieder Eigenschaften wie: Gesundheit, Leistungsstärke und Praxistauglichkeit in Anspruch. Wilde Kreuzungsprodukte und Schwarzzuchten die besseren Jagdhunde? Weit gefehlt! Wer nicht prüft, nicht untersucht, nicht dokumentiert darf aus dem daraus folgenden Fehlen von Fakten, nicht behaupten, dass es diese Fehler nicht gibt – er weiß sie nur nicht! In Praxis: wer Hunde verpaart, von denen und deren genetischem Umfeld er keine belegbaren(!) Fakten auf den Tisch des Hauses legen kann, handelt in höchstem Maße unverantwortlich. Wer dies praktiziert hat ein merkwürdiges Verhältnis zum Schutz des anvertrauten Lebewesens, wer dies praktiziert ist nicht Züchter, sondern experimentiert auf Kosten der Hunde, des Wildes und nicht zuletzt der Jagd und der Jägerschaft.

 

Schade, dass es auch heute noch Jäger gibt, die den Phrasen der Schwarzzüchter, der Dissidenten erliegen. Es ist Aufgabe des JGHV hier, mehr als in der Vergangenheit, aufklärend tätig zu werden und es ist Aufgabe der dem JGHV angeschlossenen Zuchtverbände durch öffentliche Darstellung der züchterischen Arbeit die qualitativen Unterschiede zu einem „Designerprodukt“ besser herauszustellen.

 

Besonders bedauerlich ist, dass die Arbeit der etablierten Zuchtverbände in vielen Bundesländern durch die Zulassungsordnungen zur Brauchbarkeitsprüfung nicht die entsprechende Wertschätzung erfährt. Schade, denn genau diese Zuchtverbände sind es, die durch stetes Qualitätsstreben Leistung und Tierschutz vereinen und der Jägerschaft seit mehr als 100 Jahren geeignete Hunde zur Verfügung stellen. Schade, dass man in einer ganzen Reihe von Amtsstuben, aber auch beim einen oder anderen Landesjagdverband lieber dem lauten Geschrei der Schwarzzüchter nachgibt, als sich auf die Werte verantwortungsvoller Tierzucht zu besinnen. Eigenartig! Eigenartig vor allem deshalb, weil die gleichen Ministerien in Ihren Wirkungsbereichen alles, aber auch wirklich alles zertifizieren (lassen) und auch in den Jagdverbänden ist der Begriff der „Qualitätssicherung“ inzwischen kein Fremdwort mehr.

 

Zurück zum Anfang - zurück zur Überschrift: Cui bono?, zu deutsch: wem zum Vorteil? Schwarzzucht und Dissidenz nutzen nur dem Geldbeutel des Vermehrers! Wer bei nunmehr 104(!) vom JGHV zugelassenen und anerkannten Rassen keinen geeigneten Hund findet und sich stattdessen eines Dissidenzproduktes bedient, zeigt wenig Verantwortungsbewusstsein.

 

Der JGHV wird sich in der Zukunft verstärkt mit Themen der Aus- und Fortbildung, aber auch der Aussendarstellung beschäftigen, beschäftigen müssen. Cui bono? Wild, Jagd und Hund sind es immer wert!

 

Karl Walch, Präsident des JGHV       


 

Hundearbeit im Wolfsgebiet Leitfaden für Jagdleiter und Hundeführer

 

Einladung zur Jagd:

 

• Jagdleiter gibt Hinweis, dass die Jagd in einem Wolfsgebiet stattfi ndet.

 

• Hundeführer und Jagdleiter sollten im Vorfeld der Jagd die landesspezifi schen Regelungen zur Begleichung möglicher Schadensfälle abklären.

 

Vor Beginn der Jagd:

 

• Jagdleiter informiert Hundeführer über mögliche Wolfsbegegnungen und weist auf Risiko für den Hundeeinsatz hin.

 

• Jagdleiter weist explizit auf die Möglichkeit hin, dass Wölfe auch Treiber unbemerkt passieren lassen können und im Jagdgebiet bleiben.

 

• Hundeführer klärt mit Jagdleiter, ob Schäden durch Wölfe ggf. von der Jagdhundeausgleichskasse oder im Einzelfall von einer anderen Versicherung übernommen werden.

 

Während der Jagd:

 

• Treiber machen sich durch lautes Rufen bemerkbar. Wölfe haben so die Möglichkeit zum frühzeitigen Rückzug.

 

• Um ein Aufeinandertreff en von Wolf und Hund zu minimieren, sollten die Hunde erst 20 bis 30 Minuten nach Beginn des Treibens geschnallt werden.

 

Nachsuche:

 

• Hundeführer klären vor der Nachsuche, ob ein erster Nachsuchenhund bereits erfolglos im Einsatz war. Ist dies nicht der Fall und verweigert ein passionierter Nachsuchenhund trotzdem die Arbeit, so könnte Wolfswitterung auf der Fährte stehen.

 

• Schnallen erst am sichtbar kranken Stück, um das Risiko eines Wolfskontaktes zu minimieren.

 

• Nähe zum Hundeführer ist der beste Schutz des Hundes.

 

• Keine Experimente: Vom Wolf in Besitz genommenes Wild ist diesem zu überlassen! Nehmen Sie den Hund vorsichtig zurück und entfernen Sie sich ruhig.

 

Schutz des Jagdhundes im jagdlichen Einsatz:

 

• Verwendung eines Glöckchens an der Halsung

 

• Tragen von Hundeschutzwesten

 

• Einsatz von GPS-Ortungsgeräten

 

• Grundsätzlich gilt: Niemals den Jagdhund für das Anzeigen von Wolfszeichen belohnen!

 

Der Schadensfall

 

Unfälle mit verletzten bzw. getöteten Jagdhunden können in Zukunft nicht ausgeschlossen werden. Achtung: Nicht alle Bundesländer regeln Ausgleichszahlungen bei Wolfsübergriff en in den Managementplänen.


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