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Afrikanische Schweinepest in Belgien nachgewiesen

Das ASP-Virus ist noch 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Verantwortlich für die Verbreitung ist der Mensch, etwa über Transitstrecken. Reste infizierter Rohwurst reichen aus für einen Ausbruch der Tierseuche. Der DJV fordert deshalb mehr Biosicherheit an

Bahnhöfen, Parkplätzen und Grenzübergängen.

14. September 2018 (DJV) Berlin

Behörden haben die Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei zwei verendeten Wildschweinen in Belgien festgestellt, etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Nach dem jüngsten Fall in Bulgarien ist das ASP-Virus jetzt offensichtlich in Westeuropa angekommen und hat hunderte Kilometer in wenigen Tagen überwunden. Dies ist ein weiteres Indiz dafür, dass der Mensch verantwortlich ist für die schnelle Verbreitung des für Menschen ungefährlichen, für Haus- und Wildschweine aber tödlichen Viruses. Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert vor diesem Hintergrund von den Behörden, die Biosicherheit insbesondere an Parkplätzen, Bahnhöfen oder Grenzübergängen entlang von Transitstrecken dringend zu verbessern. Dazu gehören verschließbare Abfallbehälter ebenso wie Wildschwein sichere Zäunungen. Der DJV befindet sich daher bereits in enger Abstimmung mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium und dessen nachgeordneten Einrichtungen.

 

„Die ASP kann jederzeit irgendwo in Deutschland ausbrechen. Ein achtlos entsorgter Rest infizierter Rohwurst reicht aus, um Schweine anzustecken“, sagte Veterinär und DJV-Vizepräsident Dr. Wolfgang Bethe. Die Früherkennung eines möglichen Ausbruchs sei entscheidend, um eine Ausbreitung zu verhindern. Nach Angaben europäischer Behörden sterben infizierte Schweine innerhalb kürzester Zeit, die natürliche Ausbreitung des Viruses geht entsprechend langsam voran: etwa 20 Kilometer pro Jahr. „Wir rufen alle Jäger dazu auf, an den Früherkennungsprogrammen der Länder aktiv teilzunehmen. Der reflexartige Ruf nach verstärkter Jagd auf Wildschweine bringt uns nicht weiter“, sagte Dr. Bethe. Vielmehr müssten jetzt besonders Landwirte, Förster und Jäger die Augen offen halten und verendete Wildschweine sofort melden. Verdächtige Wildschwein-Kadaver sollten laut DJV vor Ort liegen bleiben und der zuständige Amtstierarzt muss umgehend informiert werden. Ein Abtransport des Kadavers ist wegen der Verschleppungsgefahr des Viruses nur in einem dichten Behälter durch

Experten zulässig.

 

Das von Jägern mit Wissenschaftlern entwickelte Tierfund-Kataster ( www.tierfund-kataster.de ) ermöglicht es, Fundorte von Wildschwein-Kadavern schnell und unbürokratisch den Veterinärbehörden zu melden. Gemeinsam mit dem Friedrich-Loeffler-Institut hat der DJV zudem einen Maßnahmenkatalog nach dem Werkzeugkasten-Prinzip entwickelt: Je nach Jahreszeit,Topographie oder Vegetation müssen unterschiedlichste Maßnahmen kombiniert werden. Der Maßnahmenkatalog hat Empfehlungscharakter, die Krisenstäbe vor Ort müssen im Seuchenfall dann die besten Maßnahmen kombinieren.

In Deutschland sind die Behörden alarmiert und bereiten sich vielerorts seit längerem auf einen Seuchenfall vor. In den Bundesländern gibt es fertige Krisenpläne. In vielen Bundesländern und Landkreisen wurden auch schon Übungen abgehalten, zum Teil unter Einbeziehung der Jägerschaft.

Aktuelle Informationen zur ASP gibt es auf den Seiten des Friedrich-Loeffler-Instituts.

 

Was sind die Symptome der ASP bei Schweinen?

Die Infektion führt zu sehr schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und

Atemproblemen. Durchfall und Blutungsneigung (Nasenbluten, blutiger Durchfall, Hautblutungen) können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft („Liegenbleiben in der Suhle“) oder andere Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit.

Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen und Geschlechter gleichermaßen und führt in nahezu allen Fällen zum Tod des Tieres etwa innerhalb einer Woche. Beim Aufbrechen der Stücke (Entnehmen der Organe durch einen Jäger) sollte auf vergrößerte, „blutige“ Lymphknoten, eine vergrößerte Milz und feine, punkt- oder flächenförmige Blutungen in den Organen, der Haut oder Unterhaut geachtet werden. Die Lunge und die Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt. Das Fehlen solcher Auffälligkeiten schließt nicht aus, dass es sich dennoch um ASP handelt. In Schweinebeständen in Afrika überleben Tiere häufig eine Infektion. 


Großes Reinemachen im Vogelkasten

Im Wald, auf Streuobstwiesen und in Gärten sind natürliche Höhlen knapp. Somit fehlen geeignete Winterquartiere für viele heimische Vogelarten. Der DJV erläutert, wie sich Jäger und Naturliebhaber aktiv am Vogelschutz beteiligen können.

 

28. August 2018 (DJV) Berlin

 

Im Wald, auf Streuobstwiesen und in Gärten sind natürliche Höhlen knapp. Somit fehlen geeignete Winterquartiere für viele heimische Vogelarten. Der DJV erläutert, wie sich Jäger und Naturliebhaber aktiv am Vogelschutz beteiligen können.

 

Die Brutsaison ist vorbei, das Winterquartier noch nicht bezogen. Der ideale Zeitpunkt also, um mit Vogelkästen heimische Singvögel wie Meise, Sperling und Kleiber zu unterstützen. Damit diese gut durch die kalte Jahreszeit kommen und rfolgreich in die Brutsaison 2019 starten können, ist eine gute Pflege der Ersatzhöhlen wichtig. Jedes Jahr warten, säubern und reparieren engagierte Jäger rund 270.000 Nistkästen in Deutschland. Der Deutsche Jagdvderband (DJV) weist darauf hin, dass Höhlenbrüter im Siedlungsbereich und in Wäldern auf menschliche Hilfe angewiesen sind, da natürliche Verstecke   Mangelware sind. Es herrscht Wohnungsnot, Häuserfassaden sind zunehmend versiegelt und alte Bäume mit abgestorbenen Ästen fehlen.

Vor der kalten Jahreszeit sollten Vogelkästen gereinigt werden. Im Nistmaterial können sich unerwünschte Parasiten wie Federläuse, Milben und Zecken ansiedeln, die Vögel im Winter schwächen. Ein weiterer Grund: Vögel arbeiten Verpackungsmaterialien wie Nylonschnüre oder Plastikfolien in das Nest ein - eine große Gefahr für Nestlinge im kommenden Frühjahr. Das alte Nest sollte vollständig entfernt und die Bruthöhle kräftig mit kochendem Wasser oder

einer Kochsalzlösung ausgebürstet werden. Der Vogelkasten sollte danach gut austrocknen, damit er nicht schimmelt.

 

Vogelkästen sind auch für andere Tierarten ein attraktives Winterquartier. So lassen sich auch Fledermäuse, Haselmäuse oder Siebenschläfer nieder. Um unliebsame Schrecken zu vermeiden, empfiehlt der DJV behutsam vorzugehen: Ist der Nistplatz belegt, wird der Großputz ins zeitige Frühjahr verlegt.

Ist kein Nistkasten vorhanden, kann dieser ganz einfach selbst gebaut werden. Besonders geeignet ist 20 Millimeter dickes unbehandeltes Holz. Besonders haltbar: Eichen-, Robinien- oder Lärchenholz. Auch Kiefer-, Fichten- oder Erlenholz sind geeignet, Sperrholz- und Pressspanplatten hingegen nicht. Auf Lösungsmittel haltige Imprägniermittel sollte gänzlich verzichtet werden, dafür bietet sich Holzschutzmittel auf Wasserbasis an. Um Schutz vor Fressfeinden zu gewähren, sollte der Kasten in einer Höhe von mindestens zwei Metern angebracht werden. Eine Auskragung im Einflugbereich verhindert, dass Katzen, Waschbären oder Marder zum eigentlichen Nest vordringen können. Blechumrandungen schützen das Einflugloch vor den Aktivitäten des Spechts.

Eine ausführliche Bauleitung für einen Vogelnistkasten vom DJV kann kostenfrei als PDF heruntergeladen werden.

 

Praxistipp: Vogelkästen aus Holz und Holzbeton im Vergleich

Nistkästen aus Holz sind nicht nur einfach anzufertigen, sie haben auch einen hohen pädagogischen Wert: Kinder können bei dem Bau helfen und werden so früh für Umwelt und Natur sensibilisiert. Die fertiggestellte Vogelunterkunft lässt sich leicht anbringen. Vogelkästen aus Holzbeton hingegen sind schwerer und lassen sich nur bedingt selbst herstellen. Der Materialmix sorgt allerdings für die ideale Raumfeuchte. Die Kästen sind atmungsaktiv und verringern im Sommer für Jungvögel das Risiko für Hitzeschäden. Im Gegensatz zu Vogelkästen aus Holz sind sie länger haltbar und können generationsübergreifend verwendet werden. 


Wildschweinjagd: DJV stellt 6-Punkte-Katalog für Vereinfachungen vor

26. Februar 2018 (DJV) Berlin

 

Anlässlich der heutigen Nationalen ASP-Präventionskonferenz im Bundeslandwirtschaftsministerium stellt der DJV seine Forderungen für eine Vereinfachung der Wildschweinjagd vor.

 

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat für heute Vertreter aus Forschung, Ministerien und Jagd nach Berlin geladen zur „Nationalen ASP-Präventionskonferenz“. Der Deutsche Jagdverband (DJV) weist vor diesem Hintergrund darauf hin, dass eine Einschleppung des Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) durch verstärkte Jagd allein nicht verhindert werden kann.

Vielmehr müssen insbesondere Fernfahrer aus europäischen Risikogebieten stärker kontrolliert werden, ebenso wie Raststätten entlang von Transitstrecken: Laut Experten haben achtlos weggeworfene Reste von verseuchter Rohwurst maßgeblich zur bisherigen Verbreitung der ASP beigetragen, Sprünge von mehreren 100 Kilometern in kürzester Zeit sind dokumentiert. Im Sinne der Prävention hält der DJV eine weitere Reduzierung der Wildschweinbestände für notwendig: Sollte das ASP-Virus den Sprung nach Deutschland schaffen, wäre dann zumindest die natürliche Ausbreitung reduziert. Diese beträgt etwa 20 Kilometer pro Jahr.

Eine noch intensivere Bejagung der Wildschweine kann nur erfolgreich sein, wenn Politik, Behörden, Landwirte und Jäger Hand in Hand zusammenarbeiten. Der DJV hat dazu heute einen 6-Punkte-Katalog mit Forderungen veröffentlicht, der die Jagd erfolgreicher machen soll.

 

1. Anlegen von Bejagungsschneisen in allen Feldkulturen, besonders Raps, Mais, Weizen

Ohne Schneisen können 6,8 Millionen Hektar Feldfläche (ein Viertel Deutschlands) von Mai bis Oktober kaum bejagt werden, weil die Vegetation zu hoch ist. Dort wandern Wildschweine im Sommerhalbjahr ein.

 

2. Aufheben von Jagdverboten in Naturschutzgebieten

Feuchte Lebensräume mit Deckung wie Schilfgürtel oder Bruchwälder sind beliebte Rückzugsgebiete für Wildschweine.

 

3. Ganzjährige Bejagung von Wildschweinen in Staats- und Bundesforsten sowie großen Privatforsten mehr Revier übergreifende Wald-Bewegungsjagden im Winterhalbjahr

Wildschweine haben vergleichsweise große Reviere, eine großflächige Bejagung ist deshalb sinnvoll. Behörden müssen die notwendige Verkehrssicherungspflicht unbürokratisch und kostenfrei unterstützen, am besten mit Personal. Ferner sollten Revierinhaber zur Duldung unbeabsichtigten Überjagens von Hunden verpflichtet sein.

 

4. Vergünstigungen für Ausbildung und Einsatz von Jagdhunden für die Wildschweinjagd

Für die effektive Wildschweinjagd in Dickungen und Wald sind gut ausgebildete Stöberhunde unerlässlich. Tierschutzgerechte Ausbildung und Schutzausrüstung der Jagdhunde sind teuer, der Jagdeinsatz aufwendig. Eine finanzielle

Unterstützung durch die Behörden ist erforderlich. Denkbar wäre auch eine Befreiung von der Hundesteuer.

 

5. Zulassung von der „kleinen Kugel“ für gestreifte Frischlinge

Für gestreifte Frischlinge müssen bundesweit Patronen zugelassen werden, die eine Mindestenergie von 1.000 Joule auf 100 Meter Entfernung haben – auch in Kalibern unter 6,5 Millimeter Durchmesser. Bisher sind 2.000 Joule und ein Mindestkaliber von 6,5 Millimeter vorgeschrieben. Geschosse mit dieser Energie können allerdings bei kleinen Frischlingen für so starke Verletzungen sorgen, dass das Wildbret nicht mehr verwertbar ist. 

 

Die bundesweite Aufhebung von Schonzeiten für Wildschweine begrüßt der DJV. Der Dachverband der Jäger weist darauf hin, dass dies nicht die Aufhebung des Elterntierschutzes bedeutet: Bachen, die gestreifte Frischlinge säugen, dürfen auch weiterhin nicht erlegt werden. Im vergangenen Jagdjahr haben Deutschlands Jäger knapp 600.000 Wildschweine erlegt - das vierthöchste Jagdergebnis seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1930er Jahren. Nach Auffassung des DJV ist die Jagd alternativlos, um Wildschweinbestände zu reduzieren. Die „Pille für das Wildschwein“ lehnt der DJV als Unsinn ab. 


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