DJV


 

Ausbildung am lebenden Wild

 

Der DJV hält die Ausbildung am lebenden Tier für unverzichtbar und tierschutzkonform. Nur eine praxisgerechte Ausbildung der Jagdhunde gewährleistet eine tierschutzkonforme Jagdausübung. 

Wie diese Ausbildung durchgeführt wird, darüber können Sie sich in den nachfolgenden Filmbeiträgen selbst ein Bild machen. Wir haben die Ausbildung an der lebenden Ente, in der Schliefenanlage und im Schwarzwildgatter für Sie dokumentiert. 

Tierschutz ist aus der Sicht des DJV nicht teilbar. Daher müssen sowohl für die Niederwild-, Bau-, und Drückjagd brauchbare Hunde zur Verfügung stehen.

Warum soll die Ausbildung im Schwarzwildgatter legitim sein und in der Schliefenanlage oder der lebenden Ente nicht? Nur weil Schwarzwild in der Landwirtschaft und in den Vorgärten großen Schaden anrichten kann? Was ist mit den Auswirkungen hoher Fuchsbestände auch auf seltene Arten? Zu einer effektiven Fuchsbejagung gehört neben der Fangjagd, der Ansitz- und Drückjagd, ganz klar die Baujagd. 


 

Waldumbau mit dem Gewehr funktioniert nicht

29. August 2019 (DJV) Berlin

 

Anlässlich des Verbändegesprächs bei Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner fordert der DJV ein Umdenken in der Forstpolitik. Reh und Hirsch dürfen nicht zum Sündenbock für Sparwut und Stellenabbau in Behörden gemacht werden. 

 

Vor dem Hintergrund des heutigen Verbändegesprächs zur Situation des Waldes fordert der Deutsche Jagdverband (DJV) ein Umdenken in der Forstpolitik. Bund und Länder besitzen etwa die Hälfte aller Wälder und stehen besonders in der Verantwortung. „Die Strategie der zurückliegenden drei Jahrzehnte hat versagt, einen Grundstein für klimastabile Wälder zu legen“, sagte DJV-Vizepräsident Dr. Dirk-Henner Wellershoff während des Verbändegesprächs. Es reiche nicht, die behördlichen Abschussvorgaben für Reh und Hirsch immer weiter in die Höhe zu treiben: „Waldumbau mit dem Gewehr ist viel zu kurz gedacht“, so Dr. Wellershoff.

 

Entscheidend für den aktiven Waldumbau und Wiederaufforstung sind laut DJV langjährige und intensive Pflege- sowie Schutzmaßnahmen. Trotzdem haben die Behörden beispielsweise die Zahl der Förster in 25 Jahren halbiert und die Ausgaben für die Forstwirtschaft stark reduziert. Jetzt sollen Wildtiere wie Reh und Rothirsch der Sündenbock für Sparwut und Stellenabbau sein.

 

Jagd ist nur ein Instrument unter vielen auf dem Weg zu klimastabilen Wäldern. Die rund 384.500 Jäger nehmen ihre Verantwortung ernst und erfüllen zumeist staatliche Abschusspläne: Allein im vergangenen Jagdjahr haben sie knapp 1,2 Millionen Rehe und 77.000 Rothirsche erlegt. Waldumbau und Wiederaufforstung können nur erfolgreich sein, wenn Jagd und Forst zusammenarbeiten. Der DJV fordert deshalb ein Umdenken in der Personalpolitik, die verstärkte Einstellung von Forstwirten und Förstern sowie staatliche Subventionen für die anstehenden Umbauprozesse.

 

Entscheidend für den aktiven Waldumbau und Wiederaufforstung sind laut DJV langjährige

und intensive Pflege- sowie Schutzmaßnahmen. (Quelle: Canva/ DJV)


 

Jäger, Falkner, Hilfesteller: Greifvogel gefunden, was tun?

22. August 2019 (DJV) Berlin

 

 

Die Telefone in den Auffangstationen für Greifvögel und Eulen in Deutschland stehen aktuell nicht mehr still: Spaziergänger finden am Waldboden eine junge Eule, ein junger Falke landet bei seinem Jungfernflug in einem Hinterhof. Polizei und Feuerwehr werden zur Rettung gerufen, Vogelkinder landen in Tierheimen und Tierarztpraxen. Wie man sich bei einem Fund richtig verhält, erklären DJV und DFO im Interview mit der Betreiberin einer Auffangstation. 

Junge Greifvögel und Eulen werden gerade flügge. Sie erkunden die nähere Umgebung ihrer Nester und landen bei ihren Ausflügen schon einmal am Boden. Vermeintlich hilflos werden sie von Spaziergängern aufgegriffen und mitgenommen. Wie man sich beim Fund einer jungen Eule oder eines jungen Greifvogel richtig verhält, erklären der Deutsche Falkenorden (DFO) und der Deutsche Jagdverband (DJV) im Interview mit Sylvia Urbaniak von der Greifvogelhilfe Rheinland.

 

DJV/DFO: Ein Küken am Boden: Wie verhält sich der Beobachter richtig?

 

Sylvia Urbaniak/Greifvogelhilfe Rheinland: Hier gilt es in erster Linie zu unterscheiden, ob man ein Nestling oder einen Ästling gefunden hat. Nestlinge besitzen nur Federflaum am Körper und Ästlinge zeigen vor allem im Flügelbereich schon deutliche Ansätze von richtigen Federn, wir sagen Großgefieder dazu. Am Boden haben aber beide Altersgruppen nichts zu suchen, dort sind sie immer diversen Gefahren schutzlos ausgesetzt. Daher ist das vorsichtige Anfassen bei einem Fund eines Kükens ausnahmsweise erlaubt, da der menschliche Geruch für diese Tiere keine Rolle spielt. Der Fund einer Eule am helllichten Tag erlaubt es, den Vogel zunächst zu schützen und gegebenenfalls zu wärmen. Am besten nimmt man dann mit uns bzw. einer Greifvogelauffangstation Kontakt auf, damit man besprechen kann, wie man jetzt richtig vorgeht.

 

Welches sind die am häufigsten aufgefundenen Arten?

 

Ganz klar ist der Waldkauz die häufigste Eulenart, gefolgt von der Schleiereule und der Waldohreule. Je nach Region und Verbreitung kommen noch Steinkäuze und Uhus in Frage. Bei den Greifvögeln sind es vornehmlich der Turmfalke und der Mäusebussard.

 

Wie verhalte ich mich richtig?

 

Häufig urteilen Menschen voreilig. Sie denken, die Jungen seien verlassen. So kommt es zu leider zur klassischen „Kindesentführung“. Greifvogeleltern verlassen ihre Jungen jedoch extrem selten.

 

Welche Probleme gibt es, wenn Beobachter die Jungvögel mitnehmen?

 

Das Schlimmste was passieren kann ist, wenn wir ein Jungtiere ohne Angabe über den Fundort bekommen. Denn die oberste Priorität liegt darin das Jungtier nach eingehendem Gesundheitscheck wieder zurück zum Familienverband zu bringen. Bei Ästlingen geht das hervorragend, sie können fast alle zurück gebracht werden. Der nächste Fehler ist, zu glauben, man könne einen Greifvogel selbst aufziehen: Denn dieser muss unbedingt in fachkundige Hände gegeben werden.

 

Selbst wenn man eine Voliere zu Hause hat?

 

Ganz klar: Nein. Man kann einen solchen Vogel nicht einfach isoliert in einer Voliere oder in der Garage aufziehen bis er groß ist und glauben, dass er dann alles kann. Eulen entwickeln sich nur sehr langsam und müssen über viele Wochen von ihren Eltern in der Natur erlernen, wo man Mäuse finden kann. Das Fangen funktioniert instinktiv. Wir führen seit einigen Jahren erfolgreich die Wildflugmethode für junge Waldkäuze, Waldohreulen und Turmfalken durch, hier benötigt man viel Fingerspitzengefühl und tiefgründige Artenkenntnisse. Diese Freilassungsmethode wird auch „soft release“ genannt, hier wird unterstützend zugefüttert bis die Jungvögel sich in der Natur selbst erhalten können.

 

Wer kann mir als Laie helfen? Gibt es eine Bestimmungsmöglichkeit, wenn ich vor Ort bin und daraus resultierende Handlungsempfehlungen?

 

Alle Greifvogelauffangstationen und Falknereien können Hilfestellung leisten. Grundsätzlich ist im Frühjahr mit Funden von Waldkäuzen und Uhus zu rechnen, da diese Arten zuerst brüten. Waldkäuze kann man gut an den dunklen Augen und roten Augenlidern erkennen. Waldohreulen und Uhus besitzen orangefarbene Augen und können daher leicht vom Waldkauz unterschieden werden. Steinkäuze sind winzig klein und besitzen gelbe Augen. Anhand der Augenfarbe kann man die Arten schon recht gut unterscheiden, vor allem wenn das bleibende Gefieder noch nicht sichtbar ist. Und wenn die Eule besonders angriffslustig ist, dann ist es mit aller Wahrscheinlichkeit eine Waldohreule. Ist man sich doch unsicher kann man ein Foto vom Tier machen und uns per E-Mail senden und uns zu Rate ziehen. Bei Greifvögeln gibt es eine einfache Möglichkeit zu erkennen, ob es sich wirklich um einen solchen handelt. Denn fast alle Greifvogelarten besitzen gelbe Beine. Junge Turmfalken und Mauersegler werden ungefähr zur gleichen Jahreszeit gehäuft aufgefunden und tatsächlich immer wieder verwechselt. Sperber und Habichte werden deutlich seltener gefunden und sind an deren gelben Irisfarbe gut zu bestimmen.

Sylvia Urbaniak mit einem Turmfalken. (Quelle: Urbaniak/DJV)


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